Mission (im)possible

Jesus hat keine anderen!

Wenn es nach Fischer_Netzdem Mainstream ginge, dann wäre die Mission des Jesus von Nazareth schon im Anfang gescheitert. Ein erfolgloser Fischer, der die ganze Nacht umsonst gefischt hat und jetzt mit leerem Netz vor ihm steht. Der auch noch öffentlich bekennt: „ich bin ein Sünder“, ein Versager, ein Loser. Einen solchen Bewerber stellt man nicht ein. Mission unmöglich! Mission impossibile.

Jesus von Nazareth setzt auf ihn, obwohl das lose Mundwerk und die Selbstüberschätzung des Fischers Petrus ihn noch wütend machen und enttäuschen werden. Er weiß um die Fehler und vertraut ihm trotzdem „seinen Laden“ an. Er hat keinen anderen – damals nicht und heute nicht!

Die Kirche des Jesus von Nazareth kennt viele Heiligen, aber sie besteht von Anfang an nicht nur aus solchen. Vom Papst angefangen bis hin zum einfachen Gläubigen – alle wollen das Beste und ertappen sich wie der Apostel Paulus dabei, dass sie das Böse tun. Und doch: damals wie heute setzt Jesus auf sie. Er hat keine anderen. Für ihn ist mit ihnen Mission möglich.

Wenn doch nur alle etwas demütiger würden. Schon Karl Rahner gesagt, dass die Leitungskräfte nicht immer die besten Christen sind. Er vergleicht es mit einem Schachclub, dessen beste Spieler zu den Turnieren fahren, während andere im Vorstand sitzen. Der Vergleich mag manche fromme Seele erschüttern, aber er trifft die Sache.

Die Weihe macht aus begrenzten Menschen keine Allround-Genies. Das hat man uns lange glauben machen wollen. Priester und Bischöfe bleiben Menschen mit Stärken, Kompetenzen und Charismen, aber auch mit Schwächen und Grenzen. Immer wieder hat man den Menschen eingeredet, sie dürften von den Amtsträgern alles an Fähigkeiten erwarten, und wundert sich heute, dass die Erwartungen so hoch geworden sind. Ihnen kann niemand mehr gerecht werden – weil niemand ein Alleskönner ist!

Johannes XXIII. hatte wohl einen realistischen Blick auf sich selbst, auf die Kirche und auf die Welt. Johannes, der sich selbst nicht so wichtig nehmen wollte, propagierte für die Kirche das „Aggiornamento“. Er wollte sie auf die Höhe der Zeit bringen, was nicht bedeutet, der Zeit anpassen.

Die Welt hat in den letzten 100 Jahren eine Entwicklung durchgemacht wie in keinem Jahrhundert vorher. Dies anzuerkennen, statt zu jammern und zu klagen, wäre ein erster Schritt hin zum „Aggiornamento“. Es wäre ein erster Schritt runter vom Podest! Wer bei den Menschen ist, findet auch überzeugende Antworten auf die Fragen der Menschen von heute.

Nur demütig müssen wir bleiben, unseren selbst gebastelten Heiligenschein abnehmen. Wir tragen unseren Schatz in zerbrechlichen Gefäßen. Und die sind wir selbst. Aber Jesus hat keine anderen für seine Mission – das gibt mir Mut.

Wer die Geschichte nachlesen will:Petrus – Bibel Lukas Evangelium Kapitel 5, Verse 1 -11
Paulus – Bibel Brief an die Römer Kapitel 7, Vers 19

Bildnachweis Rolf/pixelio.de

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