Auf den Schultern anderer

„Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“ sagt der Volksmund. Für die einen sind Graffiti Kunst, für andere eine unschöne Schmiererei und nur ärgerlich. In Senlis begegnen wird Inschriften aus früheren Jahrhunderten, die in ihrer Entstehungszeit vielleicht ähnliche Reaktionen hervorgerufen haben. An der Kirche Saint Pierre sehen wir diese Zeugnisse eingeritzt in den weichen Stein: die Namen, kaum noch zu identifizieren, das Herz der Verliebten, die archaischen Kreuzigungsdarstellungen und die einfachen Abbildungen von Adam und Eva. Plötzlich haben sie noch eine andere Botschaft. Sie sprechen von Menschen, die vor uns geglaubt haben, und sie machen uns bewusst, dass die Geschichte des Glaubens nicht mit uns begonnen hat, sondern dass wir auf den Schultern anderer stehen, die auch geglaubt und die sich hier verewigt haben.

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