Gold steht für Reichtum und Macht.
Doch im Advent stellt sich eine andere Frage:
Wer oder was ist in meinem Leben wirklich kostbar – und wem zeige ich das?
Vielleicht erinnern Sie sich an unsere Adventbilder der letzten Sonntage:
an die Myrrhe – das Bittere unseres Lebens, das wir nicht verdrängen sollten.
Und an den Weihrauch – den Duft, den unser Reden und Tun in dieser Welt verbreitet.
Heute, am vierten Advent, steht vor dem König eine Schale mit Gold.
Nach dem Bitteren und nach dem, was wir ausstrahlen, geht es heute um das Kostbare.
Um das, was wirklich zählt. Um den Wert unseres Lebens.
Als Zeichen von Reichtum und Macht schreibt Gold seit Jahrtausenden Geschichte. Bis heute hat Gold nichts von seiner unvergleichlichen Magie für den Menschen verloren. Gold bleibt immer Gold. Weder rostet es, noch oxidiert es. Wer einen Goldklumpen findet, der tausend Jahre im Dreck gelegen hat, braucht ihn nur abzuwischen und er glänzt wie am ersten Tag. Gold bewahrt seine Farbe, seinen Glanz und seine Beschaffenheit – bis in alle Ewigkeit.
Die Hälfte allen Goldes auf der Welt ist inzwischen zu Schmuck verarbeitet, aber Gold ist nicht nur wegen seiner Schönheit begehrt, sondern auch wegen seiner Seltenheit. Auch heute noch ist es kostbar: Für 31 Gramm bekommt man derzeit mehrere tausend Euro.
Gold bedeutet Reichtum und symbolisierte früher auch Macht. Gold war das Metall der Könige.
Gold – kostbar und verführerisch. Und genau darin liegt seine Gefahr: Wer sich von der Kostbarkeit des Materiellen blenden lässt, vergisst schnell, dass das Leben das „kostbarste“ ist, was uns Menschen geschenkt ist.
Unser Leben hat einen Wert, der mit keinem Gold dieser Welt aufzuwiegen ist. Wer diesen Wert für sich selbst nie erfahren hat, ist in Gefahr, das Leben der anderen für die Kostbarkeiten dieser Welt zu opfern.
Mein Leben ist wertvoll – auch wenn mir meine Umgebung eine andere Botschaft vermittelt. Ich bin wertvoll, wenn für keinen Menschen, dann auf jeden Fall für Gott.
Das Gold des Königs aus dem Morgenland ist ein Zeichen für das Kostbare in unserem Leben.
„Weihnachten kehren die Stunden des Jahres heim“. Heute fragt mich der König nach dem Kostbaren in meinem Leben. Wer ist mir kostbar in diesem Jahr gewesen? Was war mir kostbar? Und wie habe ich es gezeigt?

