Warum David gewählt wurde – und wir heute gebraucht werden
Das war wie ein Casting in Bethlehem.
Samuel sucht einen König — und Gott entscheidet ganz anders als erwartet.
Die Geschichte von David erinnert daran:
Gott schaut nicht auf das Äußere, sondern auf das Herz.
Und er ruft auch heute Menschen in seinen Dienst.
Das war fast wie ein Casting in Bethlehem, als der Prophet Samuel den neuen König Israels auswählen sollte. Gott schickt ihn zur Familie Isai. Einer der Söhne soll der neue König werden. Samuel will spontan den ältesten Sohn zum neuen König salben.
Denn der älteste Sohn war in damaliger Zeit immer der, der den Vorrang genoss. Außerdem muss Eliab ein stattlicher Bursche gewesen sein. Aber Gott lässt den Samuel wissen, dass seine Kriterien anders sind als die der Menschen:“ Sieh nicht auf sein Aussehen und seine Gestalt. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“
Sieben Söhne des Isais lässt Samuel antreten; aber keiner ist dabei, der vor Gott gefallen findet. Erst als der jüngste Sohn vor ihn tritt, hört er die Stimme Gottes: „Auf, salbe ihn, denn er ist es“.
David wird gesalbt. Damit wird er zum „Gesalbten“, zum Messias.
Im Neuen Testament wird dieser Titel auf Jesus bezogen: Er ist der Christus, der Gesalbte Gottes.
Schöne Geschichte vom Königs-Casting. Was sagt sie uns?
Sie erinnert uns daran, dass wir alle Gesalbte sind. In der Tauffeier wurden wir nach der Taufe mit Wasser mit Chrisam-Öl gesalbt und dazu wurde uns zugesagt: „du bist Glied des Volkes Gottes und gehört für immer Christus an, der gesalbt ist zum Priester, König und Propheten in Ewigkeit“.
Die Taufe hat uns also eine einzigartige Würde verliehen.
Egal, wer wir sind — groß oder klein, reich oder arm, stark oder schwach —
jeder Mensch ist vor Gott etwas wert.
Jeder von uns ist gesalbt. Jeder ist von Gott gerufen.
Im Dom von Münster steht ein Kruzifix, dessen Hände im Krieg zerstört wurden.
Darunter steht der Satz:
„Ich habe keine Hände als die euren.“
Dazu passt ein Gebet aus dem 14.Jahrhundert
Christus hat keine Hände, nur unsere Hände,
keine Füße, nur unsere Füße,
keine Lippen, nur unsere Lippen.
Er braucht uns,
damit seine Liebe heute sichtbar wird.
Die Kirche steht mitten in einem tiefen Veränderungsprozess.
Das erleben wir auch hier im Tal.
Die Gemeinden werden kleiner, die Möglichkeiten weniger.
Ein Kollege sagte jüngst:
„Wir werden künftig kleinere Brötchen backen.
Aber wichtig ist, dass wir Brötchen backen —
und dass sie gut sind.“
Genau darum geht es.
Also machen wir uns an die Arbeit.

