Ein Clown warnt vor einem brennenden Zirkus – und niemand glaubt ihm.
Kierkegaards Geschichte hilft, Maleachis Worte neu zu hören:
Was muss in unserem Leben ins Feuer,
und was darf im Licht der Gerechtigkeit bestehen?
Gedanken am Volkstrauertag.
Ein Reisezirkus war in Dänemark in Brand geraten. Der Direktor schickte daraufhin den Clown, der schon für die Vorstellung geschminkt war, ins benachbarte Dorf, um Hilfe zu holen. Denn das Feuer drohte über die ausgetrockneten Felder hinweg auch das Dorf zu erfassen. Der Clown rannte hinüber und rief die Menschen verzweifelt zur Hilfe. Doch die Dörfler hielten sein Flehen für einen besonders gelungenen Werbegag. Sie lachten, applaudierten und fanden, er spiele seine Rolle hervorragend.
Der Clown jedoch war den Tränen nahe. Er beschwor sie, dass es bitterer Ernst sei – aber sein Drängen vergrößerte nur das Gelächter. Bis das Feuer wirklich übergriff. Da war jede Hilfe zu spät. Zirkus und Dorf verbrannten gleichermaßen.
Kierkegaard erzählt diese Geschichte – und sie klingt erschreckend modern.
Denn dieser Clown läuft heute noch durch die Welt, nur nicht mehr geschminkt. Er trägt Plakate der Klimabewegung, ein Regenbogenkostüm oder spricht mit der Dringlichkeit derer, die vor Zukunftsgefahren warnen.
Und doch: vielerorts belächeln wir die „Clowns unserer Tage“, als wären ihre Rufe nur Theater. Dabei brennt es – an vielen Ecken unserer Welt. Der Krieg in der Ukraine zeigt es uns mit erschreckender Klarheit.
Diese Blindheit gegenüber dem Offensichtlichen – sie ist alt. Sehr alt. Vor fast 2500 Jahren trat in Israel ein Prophet auf, Maleachi, mit einer ganz ähnlichen Botschaft. Auch er sah, wie seine Gesellschaft sich selbst beschädigt:
- eine Priesterschaft, die Mächtigen nach dem Mund redet,
- zerbrochene Beziehungen und Enttäuschungen,
- eine Justiz, in der Meineide über Leben entscheiden,
- Arbeitsverhältnisse, die Menschen ausbeuten,
- und eine Ordnung, die Schwachen und Fremden das Recht verweigert.
Maleachi greift angesichts dieser Missstände zu einem starken Bild:
„Denn seht, der Tag kommt, er brennt wie ein Ofen.
Da werden alle Überheblichen und Frevler zu Spreu;
der Tag, der kommt, wird sie verbrennen, spricht der Herr der Heere.“ (Mal 3,19)
Der „Tag des Herrn“ wird ein Tag der Entscheidung sein.
In der Sprache der Bibel heißt das: Das Unrecht, das Unwahre, das Zerstörerische wird keinen Bestand haben.
Wenn wir dieses Bild ernst nehmen, können wir uns fragen:
Was in meinem Leben müsste ein Raub der Flammen werden?
Wir verbrennen ja gern, was wir nicht behalten wollen.
- Was an Vergangenem sollte in Flammen aufgehen?
- Was in mir möchte ich nicht mehr mit mir herumtragen?
- Wo brauche ich Reinigung – so wie Edelmetall im Feuer geläutert wird?
Ein Moment Musik aus Taizé hilft, diese Fragen an sich heranzulasse.
Aber Maleachi kennt nicht nur das Feuer, das verbrennt. Er kennt auch das Licht, das wärmt und heilt:
„Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet,
wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen,
und ihre Flügel bringen Heilung.“ (Mal 3,20)
Darum dürfen wir auch fragen:
- Was in meinem Leben kann bestehen im Licht der Gerechtigkeit?
- Was möchte ich hineinhalten in dieses Licht, damit es wachsen und Bestand haben kann?
Die Taizé-Melodie öffnet Raum zum Nachdenken.
Maleachi stellt uns heute beides vor Augen:
das Feuer, das reinigt –
und das Licht, das heilt.
Beides zeigt, was Gott will:
nicht vernichten, sondern klären;
nicht erschrecken, sondern aufrichten.
Darum dürfen wir unser Leben neu in dieses Licht der Sonne der Gerechtigkeit stellen –
in ein Licht, das uns führt,
und eine Wärme verströmt, die uns Kraft schenkt für das, was kommt.


Diese Darstellungen sind großatig beschrieben und treffen genau den heutigen Kern im Weltgeschehen. Man steht dabei und kann nichts ändern, als Gott zu bitten, daß die Kriege beendet werden. Darauf hoffen wir sehr.